TECHNOSEUM
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Bestandsname
Felix Wankel-Nachlass / Exponate
Bestandsbeschreibung
Das TECHNOSEUM Landesmuseum für Technik und Arbeit besitzt den Nachlass Felix Wankels (1902-1988). Wankel, der Ende der 1950er Jahre durch die Erfindung des nach ihm benannten Kreiskolbenmotors berühmt wurde, gilt als einer der bedeutendsten Erfinder des 20. Jahrhunderts. Seit seiner Jugend arbeitete er an innovativen Motorenkonstruktionen, seine zweite Leidenschaft war der Bootsbau.

Schon zu Lebzeiten wünschte Wankel, dass sein biographischer und technischer Nachlass im Landesmuseum der Nachwelt erhalten bleiben sollte. Es handelt sich dabei um Bestände ganz unterschiedlicher Art: Dokumente und Pressematerial zu Wankels Arbeiten sind beispielsweise ebenso vorhanden wie eine Sammlung zeitgenössischer Fotos. Wankels Privatbibliothek wurde in die Bibliothek des TECHNOSEUM integriert, Bücher mit handschriftlichen Anmerkungen sind gesondert verwahrt. Insbesondere aber lagern in den Depots des Museums eine Vielzahl von Objekten: Motoren und Motorenteile, Automobile und Boote mit Kreiskolbenmotor, aber auch Prüfstände, Entwurfshilfen oder Präsentationsmodelle von Wankels Erfindungen. Häufig handelt es sich um seltene Einzelstücke.

Aus Platz- und Konservierungsgründen kann in der Dauerausstellung des Landesmuseums nur ein Bruchteil des Nachlasses von Felix Wankel gezeigt werden. Die folgenden Webseiten öffnen den Blick hinter die Kulissen des Museums: Zum einen wird eine exemplarische Auswahl zeitgenössischer Fotos aus dem Besitz Wankels präsentiert. Zum anderen besteht Zugang zu der Objektdatenbank, die bislang nur den Mitarbeitern des Museums zugänglich war. Beide zusammen bieten einen umfassenden Einblick in Wankels technisches Schaffen und die Geschichte des Kreiskolbenmotors.
Bestandsgruppe
Kurzbeschreibung Bestandsgruppe
1964 brachte die Firma NSU mit dem kleinen Sportwagen Spider das erste Auto mit Felix Wankels Kreiskolbenmotor auf den Markt. Es folgte 1967 der legendäre NSU Ro 80. Um 1970 entwickelten zahlreiche Automobilbauer Modelle mit Wankelmotor, einer der spektakulärsten war der Rennwagen-Prototyp C 111 von Daimler-Benz. Die japanische Firma Mazda produziert bis heute Sportwagen mit Kreiskolbenmotor. In der Sammlung des Landesmuseums befinden einige solcher Wagen aus Wankels Besitz.
Bestandsgruppe
Kurzbeschreibung Bestandsgruppe
Durch geringen Platzbedarf und ruhigen Lauf empfahl sich der Kreiskolbenmotor nicht nur für den Einsatz im Automobil. Mehrere Motorradfirmen bauten in den 1970er Jahren Maschinen mit Kreiskolbenmotor. Auch für Schneemobile, Rasenmäher und Motorsägen versprach man sich lukrative Absatzmärkte. Felix Wankel bekam von den Firmen meist ein Exemplar zur Verfügung gestellt. Er stellte seine Sammlung zeitweise in seinem "Privatmuseum" in Rohrschacherberg/Schweiz aus, später ging sie in die Bestände des Landesmuseums ein.
Bestandsgruppe
Kurzbeschreibung Bestandsgruppe
In den 1960er Jahren nahmen weltweit fast alle großen Automobilfirmen und Motorenhersteller Lizenzen auf den Kreiskolbenmotor. Sie experimentierten oft jahrelang mit Versuchsmotoren, in die Serienproduktion stiegen allerdings nur wenige ein. Wankel kam durch Lizenzvereinbarungen in den Besitz zahlreicher solcher Motoren und prüfte sie in seinem eigenen Forschungsinstitut, der Technischen Entwicklungsstelle (TES) in Lindau.
Bestandsgruppe
Kurzbeschreibung Bestandsgruppe
Felix Wankel ließ um 1960 ein eigenes Forschungsinstitut für seine Arbeiten bauen, die Technische Entwicklungsstelle (TES) in Lindau.
Bestandsgruppe
Kurzbeschreibung Bestandsgruppe
Wankels technische Arbeiten begannen in den 1920er Jahren in einer Hinterhofwerkstatt in Heidelberg. Seit 1936 baute er in Lindau ein eigenes Forschungsinstitut auf. Er finanzierte sich durch Aufträge für die Industrie, während des Nationalsozialismus auch durch Arbeiten für die Rüstungswirtschaft. Sein Anteil an den Lizenzeinnahmen für den Kreiskolbenmotor verschaffte Wankels Technischer Entwicklungsstelle (TES) in den 1960er Jahren eine solide wirtschaftliche Basis. Wankel und seine Mitarbeiter entwarfen und testeten über Jahre in Zusammenarbeit mit NSU zahllose Detailverbesserungen des Kreiskolbenmotors. Die hier gezeigten Objekte sind das Ergebnis dieser Arbeit.
Bestandsgruppe
Kurzbeschreibung Bestandsgruppe
Felix Wankel suchte das Kreiskolbenprinzip nicht nur in Verbrennungsmotoren zu realisieren, sondern auch in Kompressoren bzw. Ladern. In den 1930er Jahren stellten diese Arbeiten gewissermaßen eine Vorstufe zu Arbeiten an Rotationskolbenmotoren dar. Als Lader in den 1970er und 1980er Jahren zunehmend für die Leistungssteigerung von Automobilmotoren zum Einsatz kamen, nahm Wankel diese Arbeiten wieder auf. Um 1980 baute und vermarktete insbesondere die Zahnradfabrik Friedrichshafen (ZF) sowie Kühnle, Kopp und Kausch (KKK) in Frankenthal Lader nach Wankels Entwürfen. Noch 1986, im Alter von 84 Jahren, schloss Wankel einen Kooperationsvertrag mit Daimler: Die Firma finanzierte seine Arbeiten an der Ladertechnik und dem Drehkolbenmotor DKM 78 und sicherte sich dafür die Rechte an entsprechenden Entwicklungen, ohne jedoch tatsächlich in die Produktion einzusteigen.
Bestandsgruppe
Kurzbeschreibung Bestandsgruppe
Felix Wankel war Autodidakt. Er hatte nie ein Ingenieurstudium absolviert, erst 1969 verlieh ihm die TH München die Ehrendoktorwürde. Die Arbeiten in seinem Forschungsinstitut erfolgten daher auf der Basis ausgefeilten Werkstattwissens. Seine Mitarbeiter setzten Wankels Ideen zunächst in grobe Modelle um, die dann mit immer ausgefeilteren Prototypen aufwendigen Testserien und Prüfverfahren unterzogen wurden. Insbesondere seine langjährigen Mitarbeiter Dankwart Eiermann, Ernst Höppner und Hans Portele spielten bei der Umsetzung der Ideen Wankels eine entscheidende Rolle. Mehr der Vollständigkeit halber ließ Wankel zuweilen eine technische Lösung durch seine Mitarbeiter oder Hochschulingenieure auch mathematisch berechnen. Eine Reihe erhaltener Versuchsvorrichtungen gibt einen Einblick in dieses Vorgehen.
Bestandsgruppe
Kurzbeschreibung Bestandsgruppe
Wankel stand seit den 1950er Jahren kaum noch selbst an der Werkbank. Bei seiner Suche nach der realisierbaren Form eines Rotationskolbenmotors musste er sich, wie viele andere Erfinder vor und nach ihm, mit schier unendlichen geometrischen Varianten auseinandersetzen. Aufgrund seiner mangelnden mathematischen Fähigkeiten konnte er diese nicht berechnen. So durchdachte er nächtelang die komplizierten Bewegungsabläufe unterschiedlichster Entwürfe. Skizzen und Papierschablonen waren dabei seine einzigen Hilfsmittel. Um ganze Serien möglicher Entwürfe zu prüfen und in Prototypen umsetzen zu können, wurden spezielle Zeichengeräte entwickelt, um diese aufwendige Arbeit zu erleichtern.
Bestandsgruppe
Kurzbeschreibung Bestandsgruppe
Wie der von Felix Wankel gemeinsam mit NSU realisierte Kreiskolbenmotor eigentlich funktionierte, verstanden anfangs nicht einmal Automobilexperten: Die Kreiskolbentechnik hatte kaum Gemeinsamkeiten mit den gängigen Hubkolbenmotoren. Um den zahlreichen Besuchern seiner Forschungsstätte grundlegende Funktionsprinzipien verschiedener Varianten des Kreiskolbenmotors zu erläutern, ließ Wankel eine Reihe von Anschauungsmodellen bauen. Einige waren speziell für die Mitnahme auf Reisen für Demonstrationszwecke oder Lizenzverhandlungen konstruiert.
Bestandsgruppe
Kurzbeschreibung Bestandsgruppe
Seit seiner Jugend faszinierte Felix Wankel der Bootsbau. Er versuchte sich an der Verwendung neuartiger Materialien ebenso wie an ungewöhnlichen Bootstypen. Im Auftrag der Reichsmarine arbeitete er Anfang der 1940er Jahre an einem Torpedoboot. In den 1970er Jahren ließ er einen Prototyp des "Zisch" bauen, ein Gleitboot mit geschlossener Kabine, das auch bei schwerem Seegang komfortables Fahren ermöglichen sollte.

Die zahlreichen Bootsmodelle im Nachlass Wankels im Landesmuseum dokumentieren praktisch vollständig die einzelnen Entwicklungsstadien seiner jahrzehntelangen Versuche. Grundsätzlich arbeitete Wankel mit spindelförmigen Bootskörpern, die er mit Gleitflächen ausstattete. Daraus resultiert bei ausreichender Geschwindigkeit ein Auftrieb durch hydrodynamische Kräfte des Wassers - ähnlich wie aerodynamische Kräfte Flugzeuge in der Luft tragen.

Zunächst stattete Wankel Katamarane mit Gleitflächen aus, bevor er sich in einem weiteren Schritt bevorzugt auf nur einen Schwimmkörper beschränkte. Bei den Gleitflächen ging er in den 1970er Jahren von solchen, die quer zum Bootskörper lagen, zu skiähnlich längs ausgerichteten Spaltgleitflächen über. Trotz zahlloser Versuchsreihen sperrten sich die Eigenschaften der von ihm entwickelten Bootstypen gegen eine wissenschaftlich-objektivierte Beschreibung.
Bestandsgruppe
Kurzbeschreibung Bestandsgruppe
Aus dem Nachlass Felix Wankels fanden auch einige persönliche Gegenstände in die Sammlung des Landesmuseums Eingang. Sie repräsentieren entweder bestimmte Charakterzüge seiner Person oder können bei zukünftigen Ausstellungen zum Nachbau seines Arbeitsumfelds genutzt werden.
Bestandsgruppe
Sachregister
Wankel, Felix; Wankelmotor; Kreiskolbenmotor; Drehkolbenmotor; Rotationskolbenmotor; Motorenbau; Motorentwicklung
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Bestandsname
Felix Wankel-Nachlass / Archiv
Bestandsbeschreibung
Der gesamte Bestand läßt sich in folgende Bereiche einteilen:

1. Persönliches: umfaßt neben persönlichen Dokumenten, die
technischen und privaten Tagebücher, sowie
Veröffentlichungen und Presseausschnittsammlungen
sowohl über sein Leben und Werk als auch über persönliche
Interessengebiete.
2. Tätigkeit von Felix Wankel als Konstrukteur/Erfinder und
Unternehmer: schildert die Motorenentwicklung und
Verwertung von den 20 er Jahren bis hin zu
Laderentwicklung in den späten 80 er Jahren.
3. Technisches Werk: umfaßt das Patentwesen, sowie eine von
Wankel zusammengestellte Patentkartei über
Drehkolbenmotoren.
4. Versuchswerkstätten, Forschungs- und Entwicklungswerke,
Unternehmen von Felix Wankel: gibt einen Überblick über
Aufbau und Betrieb derselben.
Ort
Heidelberg; Lindau
Sachregister
Motorentwicklung; Drehkolbenmotor; Kreiskolbenmotor; Lader; Wankel-Motor
3. 
Objektbezeichnung
Personenkraftwagen
Eigenname
Mazda RX7
Beschreibung
Der Sportwagen Mazda RX-7 kam 1978 auf den Markt. Er stand für eine Trendwende in der Modellpolitik des japanischen Konzerns. Mazda baute bereits seit 1967 Automobile mit Kreiskolbenmotor. Um 1970 setzte die Firma gerade in den USA sehr erfolgreich Klein- und Mittelklassewagen ab. Nach der Ölkrise 1973/74 brach dieser Markt durch den hohen Verbrauch dieser Fahrzeuge schlagartig zusammen. So fiel der Entschluss, den Kreiskolbenmotor fortan nur noch in Sportwagen einzusetzen.

Für europäische Käufer war das erste dieser Modelle, der RX-7, erschwinglicher als vergleichbare Autos aus heimischer Produktion. Großen Erfolg hatte der Wagen auch in den USA. Mit über 800.000 produzierten Exemplaren ist er das meistverkaufte Automobil mit Wankelmotor und hat gerade in Deutschland weiterhin eine treue Fangemeinde.

Wankel importierte im Lauf der Jahre mehrere Versionen des Mazda RX-7 gleich nach ihrer Markteinführung aus Japan. Besonderer Aufwand war Anfang der 1980er Jahre für das erste dort serienmäßig mit Katalysator ausgestattete Modell erforderlich. Zu dieser Zeit gab es in Deutschland noch keine PKW mit Katalysator, für den Betrieb von Wankels RX-7 war eine Sondergenehmigung zu beantragen. Zudem musste Wankel das für den Katalysator erforderliche, unverbleite Benzin von einer Tankstelle in Ravensburg beziehen. In seinen Privathäusern in Lindau und Heidelberg hielt er stets mehrere Kanister auf Vorrat.

Der Mazda RX-7 des Landesmuseums ist der Privatwagen des langjährigen Justiziars der Wankel-Stiftung, Thomas Burkhardt.

Zum Motor des RX-7 siehe auch:
Weitere Objekte
Herstellungszeitraum
1978
Schlagworte
Personenkraftwagen; Wankelmotor; Sportwagen
Inventarnummer (Permalink)
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Objektbezeichnung
Personenkraftwagen
Eigenname
NSU Spider 56 Cabrio
Beschreibung
Der kleine "Spider" der Neckarsulmer Pionierfirma NSU ging 1964 als erster Wagen mit dem von Felix Wankel erfundenen Motor in die Serienproduktion.

Nach der öffentlichen Präsentation des Kreiskolbenmotors 1959 war der Druck auf NSU groß, ein Auto mit der sensationellen Erfindung auf den Markt zu bringen. Aus Zeit- und Kostengründen basierte die Karosserie des Spider auf dem NSU Sport-Prinz, von vornherein war das Modell als Übergangslösung und nicht als Massenprodukt gedacht. Insgesamt wurden lediglich 2375 Wagen produziert.

Eine Reihe von Exemplaren des Spider liefen tadellos und verbuchten zahlreiche Erfolge im Rallye-Sport. Bei anderen kam es zu ernsthaften Motorproblemen. Kopfzerbrechen bereitete die Besteuerung. Der Kreiskolbenmotor arbeitet zwar im Viertaktverfahren, hat aber keine Zylinder und damit keinen Hubraum. 1965 wurde mit dem maximalen Volumen einer der variablen Brennkammern ein vergleichsweise günstiger Steuersatz festgelegt.

Der Spider im Landesmuseum wurde 1965 gebaut und war Eigentum Felix Wankels.
Hersteller
NSU-Motorenwerke <Neckarsulm>
Herstellungszeitraum
1965
Schlagworte
Personenkraftwagen; Wankel, Felix; NSU-Motorenwerke; Wankelmotor; Kabriolett; NSU Wankel Spider
Inventarnummer (Permalink)
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Objektbezeichnung
Personenkraftwagen
Eigenname
NSU Ro 80
Beschreibung
Der NSU Ro 80 ist das bekannteste Symbol von Wankels Kreiskolbenmotor. Mit dem Modell wollte das Neckarsulmer Werk in der oberen Mittelklasse konkurrieren. Die avantgardistische Keilform der Karosserie, entworfen von Claus Luthe, galt als Kampfansage gegen das vorherrschende "Blechbarock" auf Deutschlands Straßen. Eine internationale Jury wählte den Wagen 1967 umgehend zum "Auto des Jahres".

Die Laufruhe des Kreiskolbenmotors, Fahrwerk und Straßenlage des NSU Ro 80 waren vorbildlich. Verschleiß der Dichtleisten, Zündung und Ölabdichtung bereiteten Firma und Kunden jedoch in den ersten Jahren oft Probleme. Nachdem NSU 1969 mit Audi fusionierte, wurde der Wagen weitergebaut, blieb jedoch ein Fremdkörper in der Modellpalette des Konzerns. Bis 1977 wurden nur 37.398 Exemplare produziert.

Felix Wankel besaß mehrere NSU Ro 80. Das Exemplar im Landesmuseum stammt aus dem Jahr 1967, er nannte es aufgrund der Lackierung "Silberlöwe". Auf der Motorhaube ließ Wankel über der serienmäßigen NSU-Plakette sein eigenes Kreiskolben-Emblem anbringen. Wankel ließ sich im Übrigen stets chauffieren, er besaß sein Leben lang keinen Führerschein.
Hersteller
NSU-Motorenwerke <Neckarsulm>
Herstellungsort
Neckarsulm
Herstellungszeitraum
1965
Schlagworte
Personenkraftwagen; NSU Ro 80; Wankel, Felix; NSU-Motorenwerke; Design; Wankelmotor
Inventarnummer (Permalink)
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Objektbezeichnung
Personenkraftwagen
Eigenname
Audi 200
Beschreibung
Mit diesem Audi 200 mit Kreiskolbenmotor besitzt das Landesmuseum eine außerordentliche Rarität. Audi fusionierte 1969 mit NSU und wurde Lizenzgeber des Kreiskolbenmotors. Damit war die Firma verpflichtet, Forschungsarbeit an der Erfindung Felix Wankels zu betreiben. Ende der 1970er Jahre war geplant, nach der Produktionseinstellung des Ro 80 eine Variante des Audi 100/200 mit einem neu entwickelten Zweischeiben-Kreiskolbenmotor anzubieten. Etwa zwanzig Prototypen wurden hergestellt. 1979 erklärte Audi, dass zwar die technischen Tests zufriedenstellend verlaufen seien, dass dieses Modell jedoch aus wirtschaftlichen Überlegungen nicht in Serie gehen würde.

Der Audi 200 im Landesmuseum ist einer dieser Prototypen. Er diente zunächst dem Audi-Vorstandsvorsitzenden Habbel als Dienstwagen. Danach stand er zum Verschrotten an, wurde jedoch stattdessen am 13.8.1982 Felix Wankel zum 80. Geburtstag geschenkt. Die Fahrzeugpapiere wurden Wankel auf seiner Geburtstagsfeier in Lindau von Habbel persönlich übergeben.
Hersteller
Audi-NSU-Auto-Union <Neckarsulm>
Herstellungsort
Neckarsulm
Herstellungszeitraum
1977
Schlagworte
Personenkraftwagen; Audi 200; Wankelmotor; Wankel, Felix; Prototyp
Inventarnummer (Permalink)
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Objektbezeichnung
Personenkraftwagen
Eigenname
Mercedes 350 SL
Beschreibung
Dieser Mercedes 350 SL ist ein Unikat: Er wird von einem Vierscheiben-Kreiskolbenmotor der Versuchsserie des Mercedes C 111 angetrieben. Dabei handelt es sich jedoch nicht um ein Produkt aus dem Hause Daimler selbst, sondern um einen Eigenbau.

Felix Wankel hatte schon in den 1920er Jahren Kontakt zu Daimler. Später träumte er davon, dass die Stuttgarter Autofirma seine Rotationskolbenmotoren als serienmäßigen Antrieb realisieren würde. Anfang der 1970er Jahre bemühte er sich vergeblich, seine Sammlung an Fahrzeugen mit Kreiskolbenmotor durch einen der wenigen Rennwagen-Prototypen des C 111 zu komplettieren. Schließlich stellte man ihm zumindest einen der Motoren des C 111 zur Verfügung - Wankel hatte vorgegeben, diesen für Experimente mit seinem Gleitflächenboot "Zisch" zu benötigen. Stattdessen bauten seine Mitarbeiter den Motor in einen serienmäßig erworbenen Mercedes 350 SL ein. Der Wagen erreichte eine Leistung von ca. 320 PS bei 6500 U/min und eine Höchstgeschwindigkeit von 240 km/h.

Da der Betrieb einige technische Vorbereitungen erforderte, nutzte Wankel diesen Wagen nur wenige Tage im Jahr. Auf der Motorhaube war sein Emblem des Kreiskolbenmotors über dem Firmenemblem von Mercedes-Benz angebracht. Er wollte diesen Wagen als "ständige Mahnung" an die Firma verstanden wissen, sich doch noch einmal für die Kreiskolbentechnik zu engagieren.
Hersteller
Daimler-Benz-Aktiengesellschaft <Stuttgart>
Herstellungsort
Stuttgart
Herstellungszeitraum
1972
Schlagworte
Personenkraftwagen; Wankelmotor; Wankel, Felix; Selbstbau
Inventarnummer (Permalink)
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Objektbezeichnung
Modellauto
Eigenname
Mazda Cosmo Sport
Art
Modell
Beschreibung
Im Rennen um den ersten Mittelklassewagen mit Kreiskolbenmotor kam Mazda 1967 dem NSU Ro 80 aus Neckarsulm um wenige Monate zuvor. Der Cosmo war der erste einer ganzen Serie von Autos mit Kreiskolbenmotor der japanischen Firma. Das Modell wurde allerdings nicht nach Deutschland importiert, ohnehin wurden von dem Zweisitzer nur gut 1.000 Wagen verkauft.

Wankel besaß einer Reihe solcher Spielzeugautos, die in Vitrinen in seinem Privathaus standen, darunter natürlich auch Modelle des NSU Ro 80 oder des Mercedes C 111.
Schlagworte
Modellbau; Modellauto; Wankelmotor; Bausatz
Inventarnummer (Permalink)
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Objektbezeichnung
Zweirad, Modell
Eigenname
Baumm'scher Liegestuhl
Art
Modell
Beschreibung
Mit diesem experimentellen Zweiradfahrzeug führte NSU Mitte der 1950er Jahre auf den Salzseen in Utah/USA Versuchsfahrten durch. Es verfügte über eine optimierte stromlinienförmige Verkleidung, gefahren wurde in Liegeposition. Noch vor deröffentlichen Präsentation des Wankelmotors kam unter strengster Geheimhaltung ein nach dem Prinzip von Wankels Drehkolbenmotor DKM 54 gebauter Kompressor zum Einsatz. Auf diese Weise erreichte das von einem 50 ccm-NSU-Quickly-Zweitaktmotor angetriebene Fahrzeug 1956 einen Geschwindigkeits-Weltrekord von knapp 200 km/h.

Das Gefährt wurde nach seinem Designer Gustaf Adolf Baumm als "Baumm'scher Liegestuhl" bezeichnet. Das kleine Modell aus dem Besitz Felix Wankels wurde 1955 in der NSU-Lehrlingswerkstatt hergestellt.
Hersteller des Originals
NSU-Motorenwerke <Neckarsulm>
Herstellungszeitraum Modell
1955
Schlagworte
Zweirad; Modell; Wankel, Felix; NSU <Marke>; Stromlinienform; Weltrekord
Inventarnummer (Permalink)
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Objektbezeichnung
Motorrad
Eigenname
Hercules W 2000
Beschreibung
Die Hercules 2000, vorgestellt 1973, war das erste serienmäßig hergestellte Motorrad mit Kreiskolbenmotor. Das Aggregat, abgeleitet von dem Fichtel & Sachs KM 914, setzte Maßstäbe für ruhigen Lauf. Die Werbung nannte das Motorrad "Tourbiene", bekannter ist es jedoch unter dem wenig schmeichelhaften Spitznamen "Staubsauger": Das tief liegende Aggregat zog beim Ansaugen der Luft auch Herbstlaub und andere unerwünschte Objekte an. Die Produktion wurde 1978 nach der Produktion von knapp 2.000 Exemplaren eingestellt, das Exemplar des Landesmuseums datiert von 1975.
Hersteller
Nürnberger Hercules-Werke
Herstellungsort
Nürnberg; Schweinfurt
Herstellungszeitraum
1975
Schlagworte
Motorrad; Zweirad; Wankelmotor
Inventarnummer (Permalink)


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